Rückblick auf das FCT Forum 2026
17. September 2026

Rückblick auf das FCT Forum 2026

Unsere Veranstaltung «Forum Annuel FCT» brachte auch in diesem Jahr Kundinnen und Kunden sowie Partnerinnen und Partner im besonderen Ambiente des Olympischen Museums in Lausanne zusammen. Der Vormittag stand ganz im Zeichen des Austauschs, der Reflexion und des gemeinsamen Dialogs.

Nach einem Überblick über die aktuellen Entwicklungen der FCT Gruppe, die jüngsten Neuerungen sowie die Projekte, die unsere Dienstleistungen von morgen prägen, gaben drei Referierende mit sehr unterschiedlichen Hintergründen spannende Impulse zu aktuellen und zukünftigen Herausforderungen.

Die Zukunft der 2. Säule und ihre politischen Herausforderungen, künstliche Intelligenz und ihre konkreten Anwendungsmöglichkeiten in Unternehmen sowie Raumfahrt und ein aussergewöhnlicher Lebensweg: drei Themen, drei Perspektiven und vielfältige Denkanstösse, die diese Ausgabe des Forum Annuel FCT bereichert haben.

In diesem Newsletter blicken wir auf die drei Referate zurück und fassen die wichtigsten Erkenntnisse und Höhepunkte für Sie zusammen.

Diego Taboada

Diego Taboada, Direktor Westschweiz und Senior Fellow bei Avenir Suisse, eröffnete seinen Beitrag mit einem bewusst pointierten Titel: «Retten wir die 2. Säule … vor der Politik.»

Seit Inkrafttreten des BVG im Jahr 1985 hat sich die Arbeitswelt grundlegend verändert. Gleichzeitig ist die Lebenserwartung weiter gestiegen, wodurch eine Anpassung der 2. Säule zunehmend notwendig wird. Dennoch sind mehrere Reformversuche an der Urne gescheitert – insbesondere aufgrund der geplanten Anpassung des Mindestumwandlungssatzes, der den heutigen versicherungsmathematischen Gegebenheiten nicht mehr entspricht. Bedeutet dies, dass das System zum Stillstand verurteilt ist?

Für Diego Taboada ist die 2. Säule keineswegs starr, auch wenn sie sich auf politischer Ebene nur schwer reformieren lässt. Die Pensionskassen haben dank ihres erheblichen Handlungsspielraums im überobligatorischen Bereich längst selbst die Initiative ergriffen. So konnten sie zahlreiche Parameter der beruflichen Vorsorge anpassen, beispielsweise den Umwandlungssatz, den Koordinationsabzug oder die Individualisierung der Vorsorge durch 1e-Pläne.

Für Diego Taboada zeigt diese Anpassungsfähigkeit, dass sich das System auch ohne politische Eingriffe weiterentwickeln kann. Seine Botschaft: Manchmal braucht es den Mut, auf politischer Ebene bewusst «nichts zu tun» und den Pensionskassen den notwendigen Handlungsspielraum zu lassen, damit sie sich an neue Realitäten anpassen können.

Jérôme Berthier

Jérôme Berthier, Informatikingenieur, Experte für künstliche Intelligenz und Gründer von Deeplink.ai, widmete sich einem Thema, das Unternehmen heute besonders beschäftigt: «KI in Unternehmen: Anwendungsfälle und Implementierung in der Westschweiz».

Die Ursprünge der künstlichen Intelligenz reichen zwar bis in die 1950er-Jahre zurück, doch ihren eigentlichen Aufschwung erlebte sie erst ab den 2000er-Jahren – insbesondere dank der enorm gestiegenen Rechen- und Speicherkapazitäten. Seither sorgt KI kontinuierlich für Diskussionen, Fragen und Bedenken, bis hin zu grundlegenden Zukunftsängsten. Mit dem Aufkommen von ChatGPT und anderen generativen KI-Systemen im Jahr 2022 haben sich diese Debatten nochmals deutlich intensiviert.

Wird KI also in erster Linie unseren Alltag erleichtern, indem sie zahlreiche Aufgaben mit geringer Wertschöpfung automatisiert? Oder wird sie eines Tages so autonom und intelligent sein, dass sie unabhängig von uns Neues erschaffen und sich weiterentwickeln kann?

Für Jérôme Berthier ist ChatGPT in erster Linie eine riesige mathematische Funktion, die auf Vorhersagen basiert. In diesem Sinne ist sie nicht intelligent: Sie denkt und versteht nicht im menschlichen Sinne und ist noch weit davon entfernt, menschliche Intelligenz ersetzen zu können.

Wenn wir jedoch die Risiken im Zusammenhang mit kognitiven Verzerrungen, Datenmanipulation oder dem Verlust von Souveränität im Blick behalten, bietet KI eine aussergewöhnliche Chance, unsere eigene Weiterentwicklung voranzutreiben. Zum Abschluss lädt uns Jérôme Berthier dazu ein, der KI mit klarem Blick statt geblendet zu begegnen.

Chloé Carrière

Chloé Carrière, EPFL-Absolventin und Luft- und Raumfahrtingenieurin, nahm uns in ihrem inspirierenden Vortrag «Durch die eigene Galaxie navigieren» mit auf eine Reise durch ihren persönlichen und beruflichen Werdegang.

Als junge Mutter, Pole-Dance-Trainerin und Gründerin des auf Wissenschaftskommunikation spezialisierten Unternehmens Galactic Studios berichtete sie offen und mit grosser Leidenschaft über die Erkenntnisse, die sie aus ihrem vielseitigen und bewusst nicht geradlinigen Lebensweg gewonnen hat.

Neugier als Motor für Innovation kultivieren, wissenschaftliches Experimentieren zu einer echten Denkhaltung machen, aus Misserfolgen lernen, um sich weiterzuentwickeln, und den Mut haben, weniger ausgetretene Wege zu gehen: Chloé Carrière zeigte uns verschiedene Ansätze auf, um mit Unsicherheit umzugehen und den eigenen Weg zu finden.

Mit ihrem aussergewöhnlichen Werdegang und ihrer ansteckenden Energie erinnerte sie uns daran, dass die Gestaltung des eigenen Lebens vor allem eine persönliche Reise ist – und dass es an jedem und jeder Einzelnen liegt, dem eigenen Stern zu folgen.

Bei dieser Gelegenheit danken wir unseren Kundinnen und Kunden sowie unseren Partnerinnen und Partnern herzlich für ihre Teilnahme, ihr Vertrauen und ihre Treue.

Jahr für Jahr sind es diese Begegnungen und die Qualität des gemeinsamen Austauschs, die unser Forum zu einem so wertvollen Anlass machen.

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